Der Wahnsinn von Gent

5. Day - 240_Web

 

Gekämpft bis zum Äußersten haben die Maloja Pushbikers beim Sechstagerennen in Belgien. Die Zutaten des Wahnsinns von Gent: Unzählige Radsport-Verrückte, eine nur 166 Meter lange Bahn, die die Teamwettbewerbe zur Akrobatik-Nummer machten, eine Erkältung und ein Massensturz. Am Ende landeten die Teams Christian Grasmann und Marc Hester (Dänemark) sowie der Niederländische Pushbiker Nick Stöpler mit Partner Otto Vergaerde (Belgien) auf den Plätzen fünf und sieben.

 

„Für einen Wettbewerb in der Weltspitze ist das Gesamtresultat ordentlich“, resümiert Grasmann. „Es ist schon mal eine Ehre, hier überhaupt mitfahren zu dürfen“. Denn jedes Jahr bewerben sich unzählige Teams – nur die wenigsten kommen zum Zug. Wahnsinn sind auch die Strecken, die in Gent, dem zweiten Sechstagerennen in der Saison nach London, zurückgelegt werden. Die Fahrer haben keine Pause, sitzen ununterbrochen auf dem Rad. 120 Kilometer pro Abend und das sechs Tage lang.

Die Bahn ist in Gent ist nur 166 Meter lang und damit 100 Meter kürzer als andere. „Es gibt eigentlich keine Geraden, man ist immer in der Kurve.“ Zu zweit sei das besonders schwierig, erklärt Grasmann. „Der andere muss beim Wechsel reingeschleudert werden. Und dann hast du nur eine Hand am Lenker während die anderen Fahrer im Feld nur etwa zehn Zentimeter Abstand zu dir haben.“ Stürze sind hier vorprogrammiert.

 

     

 

Am ersten Tag, an dem alle Fahrer hochmotiviert sind, entscheidet sich alles. Ziel hier ist es, maximal eine Runde Rückstand zu haben, um an den Folgetagen überhaupt noch oben mitspielen zu können. „Auch wir sind gefahren wie die Wahnsinnigen, waren von unserem Ziel aber weit entfernt, teilweise sogar drei Runden hinten“, so Grasmann. „Wir waren einfach immer zu spät dran.“

Eine Erklärung dafür kam in der Nacht, als der Teamchef eine Erkältung herausschwitzte. „Ab dem nächsten Tag lief es dann wie am Schnürchen“, schildert Grasmann. „Wir sind jeden Tag in der Spitze mitgefahren.“ Sogar ein Massensturz bei der großen Jagd am dritten Tag, bei dem Marc einige Blessuren davontrug, konnte die beiden davon nicht abhalten.

 

 

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Fotos: Arne Mill – frontalvision, Marc van Hecke

 


 

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