Es ist schwieriger, den Titel zu verteidigen

Jan Freuler SM Oerlikon

Der Schweizer Radrennfahrer Jan Freuler holte zu Beginn der letzten Woche zwei Medaillen bei den Schweizer Meisterschaften. Den Titel konnte er jedoch nicht verteidigen.

 


 

„Ich hatte mehr erwartet. Aber den Titel zu verteidigen, ist eben schwieriger, als ihn zu holen“, sagte Jan Freuler, der am Dienstagabend auf der offenen Rennbahn Oerlikon bei drei Rennen der Schweizer Titelkämpfe am Start gestanden hatte. Der Radrennfahrer aus Reichenburg setzte die Messlatte selbst extrem hoch, nachdem er vor Jahresfrist die Meistertitel im Keirin und Sprint gewonnen hatte – zu hoch, wie sich herausstellte. Trotzdem kehrte Freuler mit zwei Medaillen nach Hause und fügte seinem Palmarès die SM-Medaillen-Nummer 12 und 13 hinzu.

 

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Am Ende hat die Spritzigkeit gefehlt
Freuler, der seit diesem Jahr für das deutsche Team Maloja Pushbikers fährt, steckte die grössten Hoffnungen auf erneutes Gold im Keirin. Ein Wettbewerb, in der ein Schrittmacher das Tempo vier Runden lang kontinuierlich erhöht und zwei Runden vor Schluss ausschert, um den Spurt zu lancieren. Eine Disziplin, die Freuler liegt, in der er am Dienstag aber nicht mit den Besten mithalten konnte und Vierter wurde. „Am Ende hat die Spritzigkeit gefehlt. Und ich hatte einen zu kleinen Gang drauf“, bilanziert der 25-Jährige. Ein Weltuntergang sei das für Freuler aber nicht, stecke er doch noch mitten im Aufbautraining für die Derny-EM im August. Völlig überraschend war hingegen Freulers Aufritt im 1000-Meter-Zeitfahren, seinem ersten seit 2014, als er Dritter wurde. „Ich dachte, wenn ich eh schon in Oerlikon bin, kann ich es ja wieder einmal probieren“, lautete der simple Beweggrund für den Start. Und dieser hat sich gelohnt. Seit Langem wieder einmal mit einem Zeitfahrerhelm auf dem Kopf, startete Jan Freuler als letzter und wenig beachteter Fahrer. Zu unrecht. Der Märchler zog mit durchschnittlich 54,17 km/h durch die Bahn und verlor auf Sieger Oliver Beer (VC Mendri- sio; A-Kader) nur 1,6 Sekunden. Dies bedeutete Rang zwei. „Damit hätte ich niemals gerechnet. Es sollte ein Test sein. Dass ich nach drei Jahren gleich aufs Podest fahren konnte, ist total überraschend“, so Freuler, der die 1000 Meter in 1:06,449 Minuten zurücklegte.

 

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Mit Veränderungen zum Erfolg
Seine zweite Medaille holte Jan Freuler im Ausscheidungsfahren (Elimination). Zwar habe ihm auch hier die Spritzigkeitgefehlt, um ganz nach vorne zu preschen – für einen Podestplatz reichte es dennoch. Der Reichenburger klassierte sich auf dem erfreulichen dritten Rang. „Unter dem Strich bin ich vielleicht etwas zu locker an die Rennen gegangen, aber mit zwei Medaillen bin ich dennoch zufrieden. Ich konnte dem Zahlreichem Publikum sowie mir selbst Freude machen.“

 


 

Fotos: Mäke Meier | www.bikefreaks.ch

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