Kräftemessen mit alten Teamkollegen

Grasman_Mathis_Wechsel

Es war gewissermaßen ein Familientreffen, das der 13. Auflage der TIS-Sixdays-Night auf der Radrennbahn im badischen Oberhausen ihren besonderen Reiz gab. Christian Grasmann, Teamchef der Maloja Pushbikers, siegte mit seinem Rennpartner Marco Mathis (Team Katusha Alpecin) im Hauptevent, dem Madison, mit einer Runde Vorsprung vor seinem ehemaligen Teampartner Leif Lampater (Team rad-net Rose), der mit Pascal Ackermann auf die Bahn gegangen war.

Für die Pushbiker, dem Profi-Team des RSV Irschenberg, war es quasi ein Coming-home. Sie sind mit Oberhausen schon viele Jahre verbunden. „Das ist unsere rennbahnmäßige Heimkulisse. Wir haben hier auch eine große Fanbase“, freute sich Grasmann.

Es war ein hochkarätiges Teilnehmerfeld, das bei der renommierten Radsport-Nacht in die Rennen ging. Mit Grasmanns Partner Mathis war der amtierende Weltmeister im Einzelzeitfahren der U23 und UCI World Team Fahrer am Start. Marcel Kalz von den Maloja Pushbikers hatte die Sixdays-Night im vergangenen Jahr gewonnen. Allerdings musste er diesmal ohne seinen Partner Roger Kluge fahren, der es terminlich nicht geschafft hatte, dabei zu sein. Teampartner für die Mission Titelverteidigung war diesmal Tristan Marguet.

Dass es für Kalz nicht leicht werden würde, lag schon allein an seinem etwas angeschlagenen Gesundheitszustand. Dazu stand neben seinem eigenen Teamchef noch ein weiteres starkes Konkurrenzteam bereit: Neun Sechstage-Rennen hat Leif Lampater bereits in seiner Karriere gewonnen, und sein Partner Pascal Ackermann war Vize-Weltmeister auf der Straße bei den U23.

Den Sieg im Madison sicherten sich schließlich Grasmann/Mathis. In den verschiedenen Wertungskriterien sammelten sie zwar lediglich 30 Punkte, während Lampater/Ackermann 38 Zähler einfuhren. Dass Grasmann/Mathis am Ende trotzdem siegten, lag am fulminanten Rundengewinn, allerdings erst am Schluss – quasi auf den letzten Drücker. Dazu hatten die beiden Fahrer im Endspurt nochmal alles gegeben, „im Rahmen der Möglichkeiten, die wir am Schluss des Rennens noch hatten“, so Grasmann. Die muskulären Auswirkungen konnten die beiden am nächsten Tag bei den Ruhrpott-Rennen noch schmerzlich spüren …

Kalz und Marguet landeten als Dritte ebenfalls auf dem Podest. Doch das sollte es noch nicht gewesen sein, denn sie machten im Rundenrekordfahren den Sack in 18,35 Sekunden zu und landeten in dieser Disziplin ganz oben auf dem Treppchen. Lediglich fünf Hundertstel fehlten ihnen zum neuen Bahnrekord!

Nicht nur wegen des Sieges und des guten Abschneidens des Pushbiker-Teams war es eine gelungene Sixdays-Night. Grasmann freute sich auch über das Duell mit seinem Weggefährten und Buddy Leif Lampater. „Wir sind seit Jahren gute Freunde. Jeder gönnt dem anderen seine Erfolge.“

 

Fotos: Wolfgang Schendzielorz

 

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