Abschied von den Pushbikers

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  • 22. September 2017
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Abschied und Neuanfang – Stationen im Leben prägen auch den Profisport: Marcel Kalz, seit fünf Jahren einer der Top-Fahrer, hat sich aus dem Team der Maloja Pushbikers verabschiedet. Er wird sich beruflich verändern. Konsequentes Training, das der Leistungssport erfordert, um konkurrenzfähig zu bleiben, ist damit nicht mehr möglich.

Kalz selbst fällt der Schritt nicht leicht: „Ich hatte fünf tolle Jahre beim RSV Irschenberg. Es waren meine wohl besten Männerjahre – voller Erfolg und Emotionen.“ Im Leben gebe es aber immer einen Wendepunkt, an dem die Weichen neu gestellt würden. „Für mich ist dieser Zeitpunkt im beruflichen Bereich jetzt gekommen“, erläutert der 30-Jährige.

Der „Berliner Bär“, wie er von Kollegen genannt wird, verkörpert die Geschichte der Pushbikers wie kaum ein anderer. Zwei Jahre war er fester Bestandteil im Rudy Project Racing Team, dann bei den Maloja Pushbikers. Teamchef Christian Grasmann bedauert das Ausscheiden seines Fahrers und Leistungsträgers sehr: „Marcel hat unser Team und den Namen Pushbikers mehr und länger als jeder andere Sportler erfolgreich geprägt. Er war fünf Jahre einer unserer herausragendsten Sportler.“

Die Erfolgsbilanz des Berliners kann sich wahrlich sehen lassen: fünf Siege bei Sechstagerennen, sechsmaliger Deutscher Meister Madison, zweimaliger Deutscher Meister Punktefahren, Europameister Madison U23, Vizeweltmeister Madison Junioren und ein zweiter Platz beim Weltcup Madison.

Teamkollegen, Sponsoren und Freunde sind sich einig: „Mit Kalle verlässt ein großer und vor allem ein sehr unterhaltsamer Fahrer die Bahn!“

 


 

 

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Hier geht es zu Kalles persönlichen Abschiedsworten. 


 

STIMMEN ZUM ABSCHIED VON MARCEL KALZ

Christian Grasmann, Teamchef der Maloja Pushbikers:

„So richtig habe ich das noch gar nicht realisiert. Aber zurückblickend, als Marcel – der Berliner Bär, die harte Schale – mir beim Rennen vor zwei Wochen seine auf Hochglanz polierten Bahnrahmen ins Auto gelegt hat, da hat wohl einer, der unser Team und den Namen Pushbikers mehr und länger als jeder andere Sportler erfolgreich geprägt hat, einen neuen großen Schritt gemacht. Mir fehlt er jetzt schon. Er wird uns hoffentlich nicht ganz verloren gehen und für immer ein Pushbiker sein. Danke, Kalle!“

Hannes Baumgarten, Teamkollege:

„Wir sind schon seit 2011 zusammen Rennen gefahren. Ich habe Kalle erlebt als Player und Kämpfer, immer aber auch als ehrliche Haut, die weiß, was sie kann und was nicht. Unvergessen bleiben mir die drei Wochen T-Town 2012, als wir zunächst klare Claims abstecken mussten – nur um dann den Grundstein für eine lange Freundschaft zu legen.“

Arne Kenzler, Teamkollege:

„Die letzten vier Jahre, die wir zusammen im Team verbringen durften, sind das Highlight unserer langjährigen Freundschaft. Gerade sportlich konnte Kalle mit seiner Erfahrung wirklich jeden bereichern – sei es auf der Bahn oder auf der Straße. Gemeinsam Rennen zu bestreiten und gemeinsame Erfolge einzufahren sowie alles drumherum zu erleben, schweißt natürlich zusammen. Gerade sein Blick für bestimmte Rennsituationen und seine Akribie in der direkten Rennvorbereitung waren für mich immer inspirierend. Gleichzeitig hat seine Unbekümmertheit viele Situationen aufgelockert und so manches einfacher und lustiger gestaltet.“

Andreas Mittag, Marketing Maloja Clothing:

„Kalle bleibt uns in Erinnerung als Berliner Original, als Stimmungskanone, aber auch als absolute Bank im Team. Er war der perfekte Botschafter für unsere Marke Maloja, denn seine Persönlichkeit verbindet zwei für uns wesentliche Faktoren: lässig im Auftreten und fokussiert im Leistungssport. Wir wünschen Dir, Kalle, alles Gute für die Zukunft!“

Jonas Schmidt, Brandmanager/Einkäufer bike components:

„Ick will ma hoffen, dat es ditte noch nich gewesen war! Mit Kalle verlässt ein großer und vor allem, ein sehr unterhaltsamer Fahrer die Bahn! In den zwei Saisonen, die wir die Pushbikers als Ausstatter mittlerweile begleiten dürfen, war es immer eine große Freude, mit Kalle zusammenzuarbeiten. Highlight aus unserer Sicht war die Situation vor den Bremer Sixdays 2017. Am Vorabend erreichte uns ein leicht panischer Anruf. Kalle war das Rad aus der Garage gestohlen worden. Natürlich brauchte er bis zum nächsten Tag Ersatzmaterial. Es hat uns einige Gefallen gekostet, aber pünktlich zum Rennen hatte Kalle ein komplettes Rad zur Verfügung. Und das Beste: Er hat das Rennen sogar gewonnen!“


Fotos: Kerstin Sönnichsen, Michael Müller, Niculin Pitsch


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