Racing in Style. Von Stil und Klasse im Rennsport

RaphaNocturne1_web

 


 

Pushbiker Hannes fuhr beim Rapha Nocturne im Herzen von London um die Kurven. Und war nicht nur begeistert von der Atmosphäre, sondern teilt ein paar Gedanken zum Thema „Stil“ mit uns – London als Inspiration sei Dank.

 


 

Ob es in den vergangenen Jahren überlange, weiße Rennsocken waren oder vermeintlich aerodynamische Regenüberschuhe, immer wieder tauchten Trends im Rennsport auf und verschwanden so schnell wieder wie einst Finger Skateboards und Tamagotschis in den 90er Jahren. Wer jedoch nicht auf einer Trendwelle surfen, sondern genuinen Stil finden und generieren will, muss weiter gehen, als der Industrie den vermeintlich letzten Schrei abzukaufen. In Abgrenzung zu rein vergänglichen Trends fühlen sich die Pushbikers auch Stil und echter Klasse im Sport verbunden, gefunden unlängst zum Beispiel in London.

Anlass der Reise zu den Limeys & Tommys zu fliegen war das alljährliche Highlight für jeden Kriteriumsfahrer, das Rapha London Nocturne. Einzig die terminliche Überschneidung mit den deutschen Bahnmeisterschaften ließ Hannes diesmal als einzigen Pushbiker anreisen. Ausgetragen inmitten der Millionenmetropole bei der St. Paul’s Cathedral zog das Rennen an die 40.000 Zuschauer an, wurde bei Eurosport live übertragen und umfasst neben dem abendlichen Eliterennen den ganzen Nachmittag über ausgefallene „andere“ Rennen: mit Klapprädern, Hochrädern und Fixed Gear Bikes.

 

RaphaNocturne5_web  RaphaNocturne2_web

RaphaNocturne7_web  RaphaNocturne6_web

 

 

„Racing in Style“ beim London Nocturne: Ersteres – das RACING –  ist mit Durchschnittsgeschwindigkeiten jenseits der 50 km/h auf einem 1100 Meter Rundkurs gegeben, trotz des verbrauchten, aufgerissenen Asphalts einer Großstadt, der doch eigentlich für eine Rennstrecke ungeeignet erscheint. Wegen auslaufender Sendezeit wurde das Rennen kurzerhand von 45 auf nur 35 Minuten gekürzt, was am Gros der Rennfahrer leider vorbeiging. Hannes rollte in Unkenntnis über die Verkürzung auf einem soliden Rang 13 über die Ziellinie – das war das beachtliche Ergebnis seiner progressiven Fahrweise, die jedoch auf noch 10 weitere Minuten ausgelegt war.

 

RaphaNocturne3_web  RaphaNocturne4_web  RaphaNocturne9_web

 

„STYLE“ in dem Zusammenhang greifbar zu machen, ist ungleich schwerer, da Stil immer eine Mixtur aus vielen, individuellen Faktoren ist. Für Pushbiker Hannes ist er hier dennoch mehr als anderswo gegeben. London war und bleibt eine, wenn nicht sogar die Metropole des Stils, besonders wenn es um Stil geht, der von der Straße geboren wird. Die lauthals schreienden, vollbärtigen und tätowierten Typen aus der Messenger-Szene sorgen für atemberaubende Stimmung an der Strecke; atemberaubend auch, dass es in ihrem Umfeld grundsätzlich nach Marihuana riecht, woran sich wenige zu stören scheinen. Pre-Race-Snack an der Bar des 5-Sterne-S Hotels, das einen Teil der Rennfahrer einlud? Klasse! Und doch führte er zu einem flauen Bauch ob der schieren Dekadenz der Unterkunft.

 

RaphaNocturne12_web  RaphaNocturne13_web

 

 

Der Besuch des Tate Modern hingegen am Morgen nach dem Rennen ein Must-Have. Das Museum stellt zeitgenössische und moderne Kunst aus. Hier wuselt es von Besuchern, treffen sich Kinder, junge und alte Menschen, um Ideen und Inspiration zu erhalten. Neue Sichtweisen, Trends, und einfach ein Ort, an dem man sich aufhalten und flanieren kann – vielleicht so stilsicher wie an wenigen anderen Plätzen weltweit.

 

 

RaphaNocturne14_web  RaphaNocturne11_web  RaphaNocturne10_web

 

Ob auch Hannes eigentlich auf hohe, weiße Socken steht? Kein Frage. Wir bleiben dran am Thema Stil und halten euch auf dem Laufenden.
Eure
Pushbikers

 


 

Text & Bilder: Maloja Pushbikers

 


 

Leave a comment